6-teilige Seminarreihe Anusara® Yoga Immersion
mit Vilas Turske
In Berührung mit dem Wesentlichen
– Eine lebendige Praxis für den Alltag –
Diese 6-teilige Seminarreihe lädt ein, Yoga als Weg der unmittelbaren Erfahrung zu entdecken – jenseits von Technik, jenseits von Optimierung.
Im Zentrum steht die Rückkehr zu dem, was trägt: Wahrnehmung, Präsenz und ein feines Lauschen auf Körper, Atem und Beziehung.
Auf der Grundlage der drei A’s – Einstellung, Ausrichtung und Aktion – und der universellen Ausrichtungsprinzipien entfaltet sich Asana nicht als Methode, sondern als Geste: ein Ausdruck von Bewusstsein in Bewegung. Der Körper wird zum Resonanzraum, Beziehung zum Spiegel, der Atem zur verbindenden Mitte.
Die Immersion verbindet die Klarheit des Advaita Vedānta – das stille Erkennen des Selbst – mit der lebensbejahenden Perspektive des kashmirischen Shivaismus, der Ausdruck, Schönheit und Freiheit in den Alltag hinein öffnet. Stille und Bewegung, Form und Formlosigkeit, Innen und Außen werden nicht getrennt, sondern als zusammengehörig erfahren.
Philosophie, Asana, Atem und Meditation greifen ineinander und führen zu einer Praxis, die nicht zurückzieht, sondern befähigt: präsent zu bleiben, auch mitten im Leben.
Yoga wird so zu dem, was es im Kern ist – eine verkörperte Erfahrung von Weite, Klarheit und innerer Freiheit.
Module und Termine
Mit der Teilnahme an dieser 6-teiligen Anusara® Yoga Immersion absolvierst du die ersten 100 Stunden der 200-stündigen Basisausbildung zur/zum Anusara® Yogalehrer*in.
Über Vilas ...
Über die Jahre, immer offen für die Vertiefung seiner Lehre, unterstützt er heute viele Suchende mit seinen Einführungen und Anleitungen den Direkten Weg zur Selbstverwirklichung zu gehen. Seine intensive Beschäftigung mit dem Anusara Yoga, wie auch das von ihm angeleitete „andere“ Pranayama, sind wichtige Ergänzungen auf dem Weg zu sich selbst. Immer das große Bild vor Augen, das universelle als auch das individuelle, vermag er heute mit seiner Offenheit und freudigen Herangehensweise die Menschen so zu inspirieren, dass sie mit Freude, von ihrem Herzen getragen, ihren persönlichen Weg auf der Suche nach innerem Frieden, Freiheit und ihrer Essenz gehen.
Schon während seiner Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf inspirierten Vilas die Lehren des Zen Buddhismus. Er begann sich in Meditation und Kontemplation zu üben.
Einige Jahre später konnte er die Philosophie des Zen mit seiner Leidenschaft für Landschafts- und Parkgestaltung verbinden und kreierte in Irland in einem großangelegten Projekt einen ökologisch einzigartigen kontemplativen Landschaftsgarten, der die heilende und erneuernde Kraft der Stille erfahrbar machte.
In den letzten Jahren wurde die Beschäftigung mit dem kaschmirischen Shivaismus immer bedeutender. Zuletzt waren es dann die Auseinandersetzungen mit den verschiedenen buddhistischen Ansätzen und die Begegnungen mit deren Lehrern, wie Jack Kornfield oder Daniel Brown, die ihm neue Wege der Selbsterforschung aufzeigten. Es sind die verschiedenen Herangehensweisen des Direkten Weges, die ihn heute besonders inspirieren. So die von ihm gemachten Erfahrungen und darauf basierenden Erkenntnisse, in seiner Zeit mit Mooji und Rupert Spira, die ihm aufzeigten, dass unsere essentielle Natur sich nicht von den Limitierungen des Körpers oder Geistes bestimmen lässt.
Sein künstlerisches Schaffen begleitet ihn seit dem 15. Lebensjahr. Der Prozess der Erforschung der verschiedenen Kreationsmöglichkeiten lässt ihn heute Bilder und Zustände kreieren, bei denen die Fotografie häufig mit eingebunden ist. Bilder der Seele, berührend und gleichzeitig irritierend. Bilder des Erwachens. Bilder, die nach innen führen, uns Raum und Zeit neu erfahrbar machen. Es entstehen Werke, die die Eigenschaft haben nach der ersten Wahrnehmung zu „verschwinden“. Sie leben im Inneren weiter, lösen sich auf, verschwinden in Schönheit. So initiieren seine Bilder den Weg in das spirituelle Reich.
In seinen Yoga-Workshops und Seminaren vermittelt Vilas die Essenz des fein und präzise ausgerichteten, vom Herzen bestimmten, Anusara Yoga. Spielerische Freude, berührende Tiefe und freiheitsfördernde Inhalte zeichnen seine Anleitungen aus.
Das „andere“ Pranayama, das er über die letzten Jahre immer intensiver vermittelt, basiert auf den philosophischen Erkenntnissen des Advaita Vedanta und des kashmirischen Shivaismus. Hier wendet er sich ganz bewusst von den kontrollierenden Aspekten der traditionellen Pranayama Schulen ab.
Der Atem wird ein ständiger Begleiter auf dem Weg zum wahren Selbst und unterstützt und fördert die Praktizierenden auf ihrer Suche nach Freiheit. Das Studium der verschiedenen buddhistischen Schulen öffnete den Weg zum Advaita Vedanta. Der Direkte Weg bestimmt heute seine Lehre und weist den Weg seiner Studenten. Vilas gibt sein Wissen höchst kompetent und authentisch weiter. Seine Fähigkeit sich mit den Menschen im Herzen zu verbinden macht seinen Unterricht zu einem lebensverändernden Erlebnis.
Zusammen mit Lalla eröffnete Vilas im Jahr 2004 das erste deutsche Anusara Yoga Studio in Berlin und ebnete mit den Lehrerausbildungen den Erfolgsweg des Anusara Yoga im deutschsprachigen Raum. Er übersetzte das Anusara Lehrerhandbuch aus dem Amerikanischen und veröffentlichte 2018 mit Lalla das Yoga-Grundlagenwerk „Yoga-Inspiration und Orientierung“.
Ständig entstehen neue Asana-, Pranayama- und Meditations-Podcasts, Videos und DVD’s, sowie Beiträge auf verschiedenen Yoga- und Meditations-Plattformen.
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Seminar-Infos
Seminarzeiten:
Freitag:
14.30 – 20 Uhr
Samstag:
8.30 – 17 Uhr
Sonntag:
8.30 – 15 Uhr
Im Seminarpreis enthalten:
- 100 Seminarstunden
- Getränke (Wasser, Tee) und Nüsse
- Die Ausbildung begleitende Handouts
- Dein Ausbildungszertifikat
Nicht im Seminarpreis enthalten:
- Lehrbuch „Yoga – Inspiration und Orientierung“
- Aktive Mitgliedschaft auf der online Plattform parApara.TV
- Übernachtung
- Verpflegung
- Reisekosten
Hast du Fragen oder Wünsche? Ruf uns gerne an 0151 2023 4444 oder schreibe uns eine WhatsApp oder E-Mail!
ab 13. Februar 2026
6-teilige Seminarreihe
Anusara® Yoga Immersion
mit Vilas Turske
(Komplettpreis für alle 6 Module)
ab 1.150,00 € inkl. MwSt.
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Ihr Titel
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1a: Die Tiefe des Körpers – Empfindung, Präsenz und Geste | 13.-15. Februar 2026
Auf der Basis der drei A’s – Einstellung (attitude), Ausrichtung (alignment) und Aktion (action) – und der fünf universellen Ausrichtungsprinzipien erkunden wir, wie sich Körper, Atem und Raum in einer meditativen Präsenz miteinander verbinden. Ausrichtung wird nicht korrigiert, sondern unterstützend ergänzt. Aktion wird nicht gemacht, sondern geschieht. Die Asana wird zur Geste – zur Offenbarung.
Der Weg des Advaita Vedānta führt uns nach innen: In die unmittelbare Erfahrung des Ichs, das unverändert bleibt, still und weit. Der kashmirische Shivaismus öffnet den Blick nach außen: Yoga als freudiger Ausdruck, als schöpferisches Spiel (Lila) inmitten der Welt. Beide Strömungen verweben sich in der Praxis – Innen und Außen sind keine Gegensätze, sondern ein und derselbe Fluss.
Diese Haltung prägt auch die Themen, die wir an diesem Wochenende vertiefen:
- Spürbewusstsein und nonduale Körperpraxis
- Die drei A’s als Erfahrungsfelder von innerer Haltung, Ausrichtung und Handlung
- Einführung in die fünf universellen Ausrichtungsprinzipien als Resonanzlinien des Körpers
- Angewandte Anatomie: Nicht theoretisch, sondern aus dem Empfinden heraus
- Asana als Beziehung zwischen Körper, Atem und Raum
- Erste Schritte in die meditative Innenschau und Grundlagen für eine eigene Praxis
- Einführung in die Philosophie des Anusara® Yoga, tantrische Weltsicht und Yogageschichte als lebendiger Hintergrund
- Gruppenarbeit und Selbstreflexion, um Erfahrung in Erkenntnis zu verwandeln
So entsteht eine neue Körpererfahrung, die durchlässig wird für das, was sich zeigen will – zwischen Bewegung und Ruhe, zwischen Form und Weite.
Zugleich ist dieser Weg eine Einladung:
Wie kann ich für andere da sein – nicht als Expert:in, sondern als Begleitung auf Augenhöhe?
Wie schaffe ich Räume, in denen Menschen ihre eigene Wahrheit finden dürfen?
Wie navigiere ich in einer komplexen Welt durch Achtsamkeit, Präsenz und Mut?
Es ist eine Möglichkeit, als Mensch, Lehrer:in oder Begleiter:in tiefer in dein eigenes Wesen einzutauchen – und von dort zu wirken.
Modul 1a:
1b: Die Weite der Beziehung – Ausrichtung, inneres Erkennen und Freiheit | 13.-15. März 2026
Im zweiten Modul weitet sich der Fokus: von der stillen Empfindung des eigenen Körpers hin zur Beziehung – zum Raum, zur Welt, zum Du. Beziehung ist kein Gegensatz zur inneren Stille, sondern ihre Ausdehnung. Jede Geste, jede Bewegung, jeder Atemzug ist Beziehung – Ausdruck des Bewusstseins selbst.
Im Advaita Vedānta erkennen wir das Unveränderliche, das in uns ruht. Aus dem Blick des kashmirischen Shivaismus sehen wir: Alles, was erscheint, ist Beziehung – vibrierendes Erkennen, spanda. Beziehung ist nicht etwas, das wir machen, sondern die Weise, wie Bewusstsein sich entfaltet.
Auf dieser Grundlage vertiefen wir die universellen Ausrichtungsprinzipien. Sie werden nicht nur angewandt, sondern verkörpern Qualitäten:
- Shri – leuchtende Schönheit, die im Körper und in der Begegnung spürbar wird.
- Satya – Wahrheit, erkennen was tatsächlich ist, trägt uns durch jede Haltung und jede Beziehung.
- Svatantrya – Freiheit, die entsteht, wenn wir den Moment bejahen und aus ihm heraus handeln.
Die Asana-Praxis wird zu einer Einladung, Beziehung unmittelbar zu erfahren: mit dem Boden, mit dem Atem, mit einem Gegenüber – nicht durch Technik, sondern durch wache Offenheit. In dieser Offenheit begegnen wir uns selbst im anderen.
Auch die drei Wege des Yoga – Bhakti, Jnana und Kriya – werden nicht theoretisch eingeführt, sondern als gelebte Dimensionen. Hingabe, Erkenntnis und Handeln zeigen sich als Bewegungen desselben Bewusstseins, das innen still und außen lebendig ist.
Inhalte des Moduls:
- Beziehung als Ausdehnung des Bewusstseins: der nach außen gerichtete Weg
- Vertiefung der Ausrichtungsprinzipien in Asana und Alltag
- Shri, Satya und Svatantrya als erfahrbare Qualitäten
- Einführung in Bhakti, Jnana und Kriya Yoga aus nondualer Sicht
- Weiterführung der Atem- und Meditationspraxis
- Gruppenreflexion und Dialog
So wird dieses zweite Modul zu einer Schule des Erkennens: Beziehung nicht als Rolle oder Abhängigkeit, sondern als freie Bewegung des Seins zu erfahren. Es öffnet den Raum, Yoga nicht nur für sich selbst, sondern als geteilte Wirklichkeit zu leben.
Modul 1b:
2a: Die Schwingung des Bewusstseins – Spanda als lebendige Erfahrung von Stille und Bewegung | 24.-26. April 2026
Im dritten Modul der Immersion richtet sich der Blick auf die feine Schwingung, die allem Leben zugrunde liegt: spanda. Dieses Wort aus dem kashmirischen Shivaismus bezeichnet das Pulsieren des Bewusstseins – die vibrierende Bewegung, in der Stille und Ausdruck untrennbar ineinander liegen.
Was wir in Modul 1 im eigenen Körper erfahren haben, und in Modul 1b in der Beziehung, wird nun vertieft: Wir beginnen, diese Schwingung in allen Ebenen zu erkennen – im Atem, in der Bewegung, im Denken, in den Begegnungen. Spanda ist kein Konzept, sondern Erfahrung: das unmittelbare Erzittern, wenn Bewusstsein sich selbst erkennt.
Der Advaita Vedānta führt uns nach innen, zu dem, was unverändert bleibt. Der kashmirische Shivaismus zeigt uns, dass dieses Unveränderliche niemals statisch ist, sondern lebendig, vibrierend, schöpferisch. Beide Wege verweben sich: das Unwandelbare und das Bewegte, die Stille und ihr Puls.
In der Praxis vertiefen wir die universellen Ausrichtungsprinzipien und erweitern sie um die sieben energetischen Loops. Sie geben der Asana-Praxis eine innere Dynamik und Aufrichtung, die den Körper von innen herausträgt. Anatomie wird dabei nicht abstraktes Wissen, sondern spürbare Erfahrung der Leichtigkeit eines Körpers in Bewegung.
Philosophisch begegnen wir den Koshas, den Schichten des Selbst, und der tantrischen Kosmologie, die das Universum als Entfaltung des Bewusstseins beschreibt. Wir beginnen, diese Landkarten nicht als Theorie, sondern als Spiegel für unsere eigene Erfahrung zu verstehen.
Inhalte des Moduls:
- Spanda: die vibrierende Schwingung als Ausdruck des Bewusstseins
- Vertiefung der Ausrichtungsprinzipien in Theorie und Praxis
- Einführung in die sieben Loops
- Die Koshas und ihre Bedeutung für die Praxis
- Tantrische Metaphysik und Kosmologie
- Angewandte Anatomie eines Körpers in Bewegung
- Asana-Praxis (Level I und II Syllabus)
- Pranayama und Meditation
- Gruppenarbeit, Dialog und Selbstreflexion
Dieses Modul öffnet den Raum, Stille nicht mehr als Abwesenheit von Bewegung zu begreifen, sondern als ihr Herzschlag. Yoga wird so zu einer unmittelbaren Erfahrung des Pulses, in dem Innen und Außen, Form und Weite, Ruhe und Ausdruck miteinander tanzen.
Modul 2a:
2b: Die Vollendung des Augenblicks – Purnatva als Einheit von Form und Formlosem | 08.-10. Mai 2026
Purnatva bedeutet Fülle, Vollkommenheit, das Erleben von Ganzheit. In diesem Modul begegnen wir dem Spannungsfeld von Form (rūpa) und Formlosigkeit (arūpa).
Der Advaita Vedānta führt uns nach innen: In das Formlose, das jenseits aller Erscheinung unverändert bleibt. Arūpa ist das stille, klare Bewusstsein, das nichts braucht, weil es in sich vollkommen ist.
Der kashmirische Shivaismus öffnet den Blick nach außen: Jede Form (rūpa) ist Ausdruck dieses formlosen Grundes. Die Vielfalt der Welt, der Atem, der Körper, die Begegnungen – sie sind nicht Ablenkung, sondern Selbstoffenbarung des Seins.
In Purnatva erkennen wir: Rūpa und Arūpa sind keine Gegensätze. Form und Formlosigkeit sind zwei Gesichter derselben Wirklichkeit. Vollendung zeigt sich nicht jenseits der Erscheinung, sondern mitten in ihr.
In der Praxis vertiefen wir die energetischen Loops und die universellen Ausrichtungsprinzipien, lernen ihre Anwendung in verschiedenen Asana-Gruppen und erkunden ihre therapeutische Dimension. Anatomie wird hier nicht nur verstanden, sondern als lebendige Ordnung im Körper erfahren – Ganzheit im Detail.
Philosophisch beschäftigen wir uns mit dem Schöpfungszyklus: Wie sich das eine in die Vielfalt entfaltet und in sich selbst zurückkehrt. Die Yoga Sutras des Patañjali geben uns Werkzeuge für Sammlung und Klarheit, die in diese Erfahrung der Fülle münden.
Inhalte des Moduls:
- Purnatva: Fülle und Vollendung als Einheit von rūpa und arūpa
- Vertiefung und therapeutische Anwendung der Loops
- Ergänzende Ausrichtungsprinzipien und differenzierte Praxis in den Asana-Gruppen
- Einführung in die Yoga Sutras von Patañjali
- Asana-Praxis (Level I & II Syllabus)
- Pranayama, Achtsame Atmung und Meditation
- Gruppenarbeit und Reflexion
Dieses Modul ist eine Einladung, Ganzheit nicht als fernes Ziel zu suchen, sondern sie in jedem Moment zu erfahren: in der Stille und in der Form, im Atem und in der Welt. Purnatva ist die Erinnerung: Du bist schon vollständig – jetzt, hier, im Spiel von rūpa und arūpa.
Modul 2b:
3a: Das Erkennen des Selbst – So ham zwischen stillem Sein und schöpferischer Bewegung | 12.-14. Juni 2026
So ham – „Ich bin das“. Dieses Mantra ist keine Aussage, sondern ein Lauschen: ein Wiedererkennen dessen, was wir im Innersten sind.
Im Advaita Vedānta begegnen wir dem Selbst als reinem Bewusstsein, unveränderlich, formlos und frei. Der nach innen gerichtete Weg führt uns dorthin, wo keine Rollen, keine Masken, kein Wollen bleibt – nur das stille Sein.
Der kashmirische Shivaismus erweitert diesen Blick: Das Selbst ist nicht nur das Unveränderliche, sondern auch die schöpferische Bewegung, die Welt hervorbringt. Dieses Pulsieren, spanda, entfaltet sich in den fünf Handlungen Shivas (pañcakṛtya):
- Sṛṣṭi – Schöpfung, Hervorbringen
- Sthiti – Erhaltung, Bewahrung
- Saṃhāra – Auflösung, Zurücknehmen
- Tirodhāna – Verhüllung, Vergessen, die Erfahrung von Begrenzung
- Anugraha – Gnade, Enthüllung, Befreiung
Der Atem ist hier unsere Brücke: Im Einatmen spüren wir Schöpfung, im Verweilen Erhaltung, im Ausatmen Auflösung. In der Pause dazwischen zeigt sich Verhüllung und Enthüllung. Atembewusstheit wird so zur direkten Erfahrung des Selbst – still und zugleich lebendig. Das So ham-Mantra begleitet diese Erfahrung: Ich bin das.
Philosophisch begegnen wir den Malas (Verschleierungen), die uns in der Begrenzung halten, und wir beginnen, sie als Teil des göttlichen Spiels zu verstehen. Die Bhagavad Gītā begleitet uns in diesem Modul: Sie zeigt das Selbst als Zeugen – und zugleich als Handelnden inmitten der Welt.
Die Asana-Praxis ist in diesem Modul kein Tun, sondern ein Sich-öffnen. Wir erforschen Haltungen nicht als Form, sondern als Resonanzräume. Ausrichtung wird nicht gesetzt, sondern entsteht aus Empfindung. Bewegung kommt aus dem Lauschen, Verfeinerung geschieht von selbst. Jede Haltung wird so zu einem Spiegel des Selbst – weit, still, durchlässig.
Inhalte des Moduls:
- So ham: Erkennen des Selbst als Identität von Individuum und Ganzem
- Die fünf Handlungen Shivas (pañcakṛtya) als Spiegel des eigenen Lebens
- Einführung in die Bhagavad Gītā
- Die drei Malas und ihr Einfluss auf Wahrnehmung und Handlung
- Asana-Praxis (Level I & II Syllabus) mit Fokus auf subtiles Alignment und Feinjustierung
- Meditation: So ham als innere Praxis
- Gruppenarbeit und Selbstreflexion
Dieses Modul ist eine Einladung, das Selbst nicht als abstrakte Idee zu begreifen, sondern als gelebte Wirklichkeit: still und unverändert – und zugleich schöpferisch, pulsierend und voller Ausdruck.
Modul 3a:
3b: Das freie Spiel des Seins – Lila als Ausdruck von Freiheit und Verbundenheit | 03.-05. Juli 2026
Lila bedeutet Spiel – das freie, schöpferische Spiel des Bewusstseins. Dieses Spiel kennt keine Gewinner und Verlierer. Es ist Ausdruck einer Freiheit, die nichts festhalten muss. Alles, was geschieht – Schöpfung und Auflösung, Freude und Schmerz, Nähe und Distanz – ist Teil dieses Spiels.
Im Advaita Vedānta erkennen wir: hinter allen Bewegungen bleibt Bewusstsein unverändert, still, unerschütterlich. Der nach innen gerichtete Weg lehrt uns, in dieser Stille zu ruhen. Der kashmirische Shivaismus zeigt uns, dass gerade die Vielfalt Ausdruck dieser Stille ist: Jede Form ist Offenbarung, jede Beziehung Teil des göttlichen Spiels. Innen und Außen, Rūpa und Arūpa, Stille und Bewegung – sie gehören untrennbar zusammen.
Der Atem begleitet uns als Brücke in diese Erfahrung. Jede Ein- und Ausatmung, jede Pause dazwischen erinnert uns daran: Auch unser Atem ist Teil des Spiels von Entstehen, Bewahren, Loslassen und Neubeginn.
Die Asana-Praxis ist geprägt von Leichtigkeit und Offenheit. Nicht Technik oder Perfektion stehen im Vordergrund, sondern das Lauschen: Haltungen entstehen wie Gesten, werden getragen von Atem und Präsenz, und münden in spielerische Freiheit.
Philosophisch vertiefen wir den Blick auf die Malas (Verschleierungen), die das Spiel oft verengen, und erkennen sie zugleich als Teil der Selbstoffenbarung des Bewusstseins. Die Bhagavad Gītā begleitet uns als Erinnerung, dass Freiheit nicht jenseits des Handelns liegt, sondern mitten darin. Der subtile Körper mit den Chakren öffnet sich als Resonanzraum, in dem wir diese Einheit von Stille und Ausdruck unmittelbar erfahren können.
Inhalte des Moduls:
- Lila: das Spiel des Bewusstseins als Ausdruck von Freiheit
- Atembewusstheit als Spiegel des Spielens von Werden und Vergehen
- Die Malas als Teil des göttlichen Spiels – Begrenzung und Befreiung
- Einführung in den subtilen Körper und die Chakren
- Asana-Praxis: spielerische Freiheit, Weite und Durchlässigkeit
- Pranayama, Achtsame Atmung und Meditation
- Gruppenarbeit, Reflexion und Dialog
Lila ist nicht nur Thema dieses Moduls, sondern auch die Essenz der ganzen Immersion. Was wir in den sechs Wochenenden erforscht haben – die Tiefe des Körpers, die Weite der Beziehung, die Schwingung des Bewusstseins, die Fülle der Vollendung, die Entdeckung des Selbst – entfaltet sich hier als ein großes Ganzes: das freie Spiel des Seins.
Dieses Modul lädt ein, Yoga nicht mehr nur als Praxis zu sehen, sondern als Haltung zum Leben selbst. Lila erinnert uns: Freiheit entsteht nicht durch Rückzug, sondern dadurch, das Spiel bewusst mitzuspielen – offen, wach und verbunden.
Modul 3b:

